Forever 50+

 

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„The Crossroads“ in Clarksdale, Mississippi (Foto: wikicommons / Joe Mazzola)

Den Fünfzigjährigen, der seine Midlife-Krise damit beendet, dass er sich eine Harley-Davidson kauft, habe ich eher für einen Witz gehalten, bis mir tatsächlich zwei grauhaarige Herren in schwarzer Lederkluft begegnet sind, die aussahen, als seien sie gerade der Filmkomödie „Born to be wild“ entsprungen, und mir auf Anhieb sympathisch waren. Jedem, wie es ihm gefällt, und lieber Bike Fahren als zuhause nörgelnd herumzusitzen.

Wir Männer der Generation 50+ sind eine wichtige Zielgruppe für alles, was vor 40 Jahren nach Revolution aussah oder wenigstens Veränderung. Denn wir kaufen, was uns das Gefühl gibt, jung zu geblieben sein: Motorräder, Vinyl-Schallplatten und definitive CD-Gesamtausgaben mit unveröffentlichen Probeaufnahmen und was es sonst noch an Spezialitäten gibt, mit dem man jemanden etwas, was er schon hat, nochmals verkaufen kann.

Befremdlich finde ich das zuweilen und Rockattitüden á la „I can’t get no satisfaction“ von 70jährigen auf der Bühne eher peinlich. Auch 50+ kann man doch Green Day und Arcade Fire hören. Spannend übrigens, dass deren Musik sich nicht einfach Rock nennt, sondern Alternative oder Indie-Rock; die 30jährigen wollen sich offenbar von uns 50jährigen abgrenzen. Es sei ihnen erlaubt.

Trotzdem finde ich es wichtig, nicht immer am Altbekannten zu hängen. Die Welt dreht sich weiter und wir mit ihr. „Wer seine Hand an den Pflug legt und zurückschaut, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes,“ sagte (der 30jährige) Jesus. Die Vergangenheit können wir nicht mehr ändern, aber unsere Zukunft. Alte Wunden zu lecken ist genauso wenig hilfreich wie alten Träumen nachzuweinen.

Obwohl: Einmal auf dem alten Highway 61 von New Orleans nach Wyoming, das wär’s gewesen! Aber gut: Bob Dylan wird ja sowieso niemals alt.

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So stellt man sich die Hölle vor 

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(Abbildung: screenshot sat1)

Ein Mittag vor dem Fernseher – so muss man sich die Hölle vorstellen: Richterin Barbara Salesch urteilt noch vor der dem Essen über ein Mädchen, dem seine nudistische Mutter so peinlich war, dass es ihr die Klamotten angeklebt hat. Danach machen ein paar White-Trash-Frauen ihre Versager-Männchen nieder. Der traurige Bauer sucht später immer noch eine Frau, während abends ein paar „Big Looser“ sich von einem Coach immer wieder sagen lassen, dass sie es schaffen, 30 oder 40 Kilo abzunehmen.

Mit einer Mischung aus Befremden, Ekel und Überheblichkeit schaut man „Unterschichtsfernsehen“, wie Harald Schmidt es genannt hat, und hält sich lieber an ARD und ZDF, wo dann aber auch nur die üblichen Gäste bei den Talkshows ihre Weisheiten plakativ von sich geben. Die schicke Neokommunistin und der halbbärtige Wirtschaftprofessor streiten sich ja so schön, und wenn Todentöter die Islamisten verteidigt, ist Dampf in der Bude. Kurz gesagt, der Unterschied liegt weniger in der Qualität der Inhalte, als in den Themen und den Emotionen. 

Fraglos sind die Reality-Soaps der Privaten zuweilen abstoßend, aber die darin dargestellten Menschen dürfen es nicht ein. So überzogen und absurd manches darin vorgespielt werden, so wirklich sprechen sie die Probleme vieler Menschen an. Wie peinlich dürfen Eltern sein? Und wie kann einer als einfacher Junge auf dem Land endlich eine Frau kennenlernen? 

Warum bin ich so dick? Und warum mag mich keiner? Manchem liegen solche Nöte eben näher als die Frage, ob Putin Recht hat oder nicht.

Das heißt aber nicht, dass man den Reality-Soaps mittags zujubeln muss, im Gegenteil: Man muss den Menschen, die sich darin wiederfinden, zeigen, dass man sie auch im Alltag ernst nimmt. Dann will niemand mehr Übergewichtigen beim Seilspringen zusehen.

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Höflichkeit in Zeiten des Internet 

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(Bild: public domain)

Unflätigkeit und Internet scheinen zusammen zu gehören. Am Smartphone oder PC tippt sich schnell mal eine #Beschimpfung. Und Shitstorms haben selbst wir vom Kirchenbezirk schon erlebt, als sich militante Atheisten anlasslos auf unserer Facebook-Seite austobten. Die Hemmungen fallen, wenn man seinem Gegenüber nicht ins Gesicht schauen muss.

Dennoch ist das alles nichts Neues, denn Unhöflichkeiten gibt es auch in der analogen Welt mehr als genug. Autofahrer sind zwar mit dem Vogel-Zeigen zurückhaltend geworden, seit dies als Beleidigung gilt, aber als kürzlich ein älterer Mercedesfahrer seine silberne Karosse schnell (und ziemlich schräg) in die Lücke fuhr, in die ich rückwärts einparken wollte, war das schon dreist, aber für den Fahrer offenbar selbstverständlich 

Auch Besserwisser gibt es nicht nur online. In Flein wollte kürzlich ein – ja, leider wieder: – älterer Mann die Autofahrer darauf aufmerksam machen, dass dort jetzt 30er Zone ist, indem er auf der Fahrbahn den PKWs entgegen spazierte. Das war nicht nur gefährlich, sondern ging ihn auch überhaupt nichts an. Aber was soll man in einem Land, in dem es eine App gibt, mit der man Falschparker melden kann, auch anderes erwarten. Sie heißt übrigens WegeHeld.

Höflichkeit lässt sich leider nicht erzwingen. Man kann nur auf zwei Dinge aufmerksam machen: Erstens immer daran zu denken, dass man sich immer zwei Mal begegnet, und zweitens dass man, wie Jesus sagte, sich dem anderen gegenüber so verhalten soll, wie man möchte, dass einem die anderen begegnen. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, auch wenn deine Nächsten das noch nicht begriffen haben.

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Gebt mir eure Armen!

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Sie kommen auf Booten über das Meer, tausende von Menschen, am Ende gar Millionen. Voller Hoffnung, endlich frei zu sein und ein neues Leben beginnen zu können; Chancen zu erhalten, um nach dem eigenen Glück zu streben; mittellos die meisten.

Kurz bevor sie an Land gehen, sehen Sie die Symbolfigur des neuen Landes (Foto: Treiber) und erahnen die Widmung, die sie darstellt: „Gebt mir eure Müden, eure Armen, Eure geknechteten Massen, die frei zu atmen begehren, den elenden Unrat eurer gedrängten Küsten; schickt sie mir, die Heimatlosen, vom Sturme Getriebenen.“ Eine Einladung an die Flüchtlinge aller Welt, zu kommen und das Land mit aufzubauen.

Diese Widmung, das können Sie sich denken, steht nicht an der europäischen Außengrenze nach Afrika oder Asien, sondern auf der anderen Seite des Atlantiks, an der Freiheitsstatue, die auch Millionen von Deutschen begrüßte, die dem hiesigen Elend entflohen. Alleine in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren es zwischen 100.000 und 250.000 Auswanderer in die USA jährlich. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden noch einmal eine Million Deutsche von den Vereinigten Staaten aufgenommen und viele Millionen aus anderen europäischen Ländern.

Heute kommen Menschen aus Afrika nach Europa. Tausende müde, arme und geknechtete Flüchtlinge, die Hilfe und Chancen bei uns suchen.

Gewiss ist das alles nicht einfach. Aber das war und ist es für Amerika ebenfalls nicht: Als freies Land boten die USA auch Gegnern á la Bert Brecht Schutz, der sich über das Land, das ihm das Leben rettete, nur verächtlich äußerte. (Die von ihm gepriesene Sowjetunion hatte der spätere Stalinpreisträger Brecht schnell wieder verlassen.)

Und heute dürften bis zu 20 Millionen Einwanderer illegal aber geduldet in den USA leben. Das war hierzulande unvorstellbar, bis jetzt.

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#indeepsorrow

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Bild: screenshot (youtube)

Sofort nach dem schrecklichen Flugzeugabsturz im vergangenen Monat war in den sozialen Netzwerken ein interessantes und berührendes Phänomen zu beobachten. Zahlreiche Menschen aller Altersgruppen haben ihr Profilbild geändert. Statt der Schnappschüsse von Skiausfahrten und Hauskatzen waren die schwarz gefärbten Logos der Fluggesellschaften zu sehen. Auf Twitter drückten unter Hashtags wie #indeepsorrow Tausende ihre Trauer aus. Flugbegleiter in aller Welt schickten sich tröstende Bilder zu und hielten so einander virtuell fest: „One Sky… One Family…“ (Ein Himmel, eine Familie). Mich hat dies alles sehr berührt.

In der modernen Welt stehen wir schrecklichen Nachrichten zunächst hilflos gegenüber – großes Leid, das uns aber nur durch Medien vermittelt wird. Wem sollen wir da unsere Anteilnahme ausdrücken? Und wie gehen wir mit unserer Trauer und Angst um, die zunächst doch nur durch Fernsehbilder ausgelöst scheint?

In den sozialen Netzwerken bildet sich gegenwärtig eine Trauerkultur heraus, die neue Möglichkeiten zum Ausdruck von Beileid und Mitleid bietet. Kritiker schütteln über diese Online-Trauer gerne den Kopf, finden Sie sentimental und unangemessen, ja sogar als Affront gegen die Angehörigen und unmittelbar Betroffenen.

Bei der Trauer um Flug 4U9525 habe ich aus den Hashtags anderes gespürt: Ein tiefes Bedürfnis vieler Menschen mit ihren Gefühlen nicht allein zu sein, sondern sie auszudrücken und sie zu teilen – ohne den Angehörigen zu nahe zu treten. Wir gehören zusammen, heißt die Botschaft, sind eine Familie und „unsere Gebete gelten den betroffenen Seelen“, wie „alida“ schrieb.

Stay together!

Pfarrer Matthias Treiber

P.S. Falls Sie auch online ihre Gedanken und Anteilnahme zum Ausdruck bringen möchten: Die Lufthansa Group hat dafür die Seite indeepsorrow.de eingerichtet.

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Beatles oder Stones? Nö! The Who!

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The Who 1975 (Foto: wikicommons – lizenzfrei)

In meiner Jugend gab es zwei große Schubladen, in die man einsortiert wurde: Beatles oder Stones hieß die Frage. Und noch heute stellen die alternden Moderatoren von „SWR1-Leute“ ihren Musikgästen diese Frage.

Meine Antwort darauf lautet: The Who! Was sonst? Während die Beatles schon immer und bis heute nach Musik für die Eltern klingen, habe ich Mick Jagger und Keith Richards selbst ihre tollsten Songs nie wirklich abgenommen, sondern höre da nur Bürgersöhnchen aus Dartford Revolution spielen.

The Who dagegen waren eine authentische Stimme ihrer Generation: kreativ und laut, live am besten und mit großem Einfluss auf Bands wie Pink Floyd und den Punk bis zu den Alternatives heute. Im Sommer 1964 war die Band gegründet worden.   

Dass die Jungs immer ihr Bühneninstrumentarium wie auch die Hotelzimmer zerstörten, fand ich bescheuert, aber „Baba O-Riley“, das Klagelied über die in Woodstock durch Drogen zerstörten Teenager, ist für mich nicht nur musikalisch einer der besten Rocktitel aller Zeiten.

Nach 50 Jahren sei es, so klagt ein Journalist, still geworden um die einst „lauteste Rockband der Welt“. Mit 69 Jahren, so alt ist The Who’s Pete Townsend jetzt, darf man das auch. Spätestens in diesem Alter sollte man Gelassenheit gelernt haben und nicht denken, man müsse nun den würdelosen Alten geben. Besser ist es bei Starbucks in Ruhe einen Frappuccino zu genießen und zuzuschauen, wie die heutige junge Generation sich ihre Welt erobert, – diese uns alt Gewordenen manchmal befremdenden Jugendlichen mit ihren Piercings, ihren Gadgets und ihrem Hip-Hop „… before they get old“.

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„Gleich“ und „OK“

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(Foto: © iStock)

Jugendliche kommen – jedenfalls Erwachsenen gegenüber – mit zwei Worten durchs Leben. Auf „Jetzt räume doch endlich mal deine Schuhe im Flur auf!“ heißt die Antwort garantiert: „Gleich!“, und bei der Frage „Wir war’s in der Schule?“ – „Ganz O.K.“ Vor allem Mütter scheinen durch diese Kommunikation genervt zu sein, wären Väter sich mit solchen Antworten eher zufrieden geben und sich wieder der Lektüre im Sessel zuwenden können.

Immer mit der Ruhe! Chill doch mal! Mach doch nicht so Stress! Vielleicht muss man sich das wirklich von anderen sagen lassen, wenn man selbst mal wieder auf 180 aufgedreht hat. Aber es ist ja auch so viel zu tun und zu bedenken und es kann so viel passieren!

Bei den alten Geistesgrößen war es eine Tugend, so gechillt zu sein: Serenitas, die Gelassenheit. Damit ist nicht Gleichgültigkeit gemeint, sondern eher eine Art Gefestigtsein. Man muss dann nicht immer alles gleich bewerten; man muss nicht zu allem etwas meinen; man muss sich nicht immer gleich erregen über den Zustand der Welt und das Tun anderer Menschen. Das gilt für unseren Alltag im Zusammenleben ebenso wie beim Blick in die Zeitung. Die Welt ist ein Chaos, wird immer eines sein – und im Großen und Ganzen meistern wir Menschen es ganz gut.

Gefestigt zu sein und deshalb gelassen sein zu können heißt deshalb das Motto. „Seht die Vögel unter dem Himmel, sie säen nicht, sie ernten nicht und ihr himmlischer Vater ernährt sie doch.“ höre ich da heraus. Seltsam nur, dass gerade die ungefestigten Pubertierenden so gechillt sein können.

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„Ghost“, „2001“ und „Tree of Life“

Blick aus einem Grab in Jerusalem (Foto: Treiber)

Blick aus einem Grab in Jerusalem (Foto: Treiber)

Ein schreckliches Ereignis und ein schöner Traum: Ein junger Mann, die große Liebe einer schönen Frau, stirbt – und begleitet sie als Geist, als unsichtbarer Engel, der sie schützt.

Mancher hat 1990 gelästert über den kitschigen Film „Ghost – Nachrichten von Sam“ und sich dennoch verschämt Tränen aus den Augen gewischt. Zu schön der Gedanke, dass es trotz des Todes weiter geht. Zu schön, um wahr zu sein?

Und wenn es doch stimmt? Wenn Jesus wirklich auferstanden ist, wenn nach dem Tode die Ewigkeit steht? Beweisen lässt sich das zwar nicht, auch wenn die Auferstehung Jesu historisch gesehen so gut bezeugt ist wie nur wenige andere Ereignis der Antike.

„Aber wenn es nun wahr ist?“ Dann ist die Welt anders. Dann regiert die Liebe und nicht der Tod. Dann ist das Leben selbst der Sinn und geborgen in der Ewigkeit.

Wem Patrick Swayze als unsterblicher Geist der Liebe zu kitschig und zu konkret ist, den spricht vielleicht der Schluss des besten aller Filme, „2001“, an, in dem am Ende die Neuschöpfung des Lebens steht, oder „Tree of Life“ mit Brad Pitt, wo Erlösung in Bildern reiner Liebe liegt.

Mir allerdings genügt schon die Auferstehungsbotschaft aus der Bibel: Christus ist auferstanden! Wahrhaftig auferstanden!

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Jogginghosen

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Jogginganzug – hier das Modell Genua. (Abb. Erima)

„Wer Jogginganzüge trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.“ sagte Karl Lagerfeld einmal, und wen das schmunzeln lässt, hat offenbar die volle Kontrolle darüber, möchte ich ergänzen.

Natürlich waren die grau-blau-rot-genähten Stoffsäcke  aus Ballonseide in den 80er Jahren ebenso eine ästhetische Zumutung wie die zu engen Radlerhosen. Interessant ist dennoch, dass man sich bei Kleidung vor allem über die der anderen aufregt oder amüsiert, bei männlichen Jugendlichen über die Jeans, die in den Kniekehlen hängen, und bei älteren Männern über die Hose, die erst oberhalb des Bauchnabels Halt findet.

Und natürlich sind das alles Äußerlichkeiten, denn spätestens wenn ein Nerd aus Kalifornien mit Flip-Flops an den nackten Füßen seine Computerfirma für ein paar Millionen verkauft und die berühmte Sängerin in einer graue Bodyhose shoppen geht, weiß man, wie irreführend Kleidung sein kann. Gut so!

Gut ebenfalls, dass es immer noch Menschen gibt, die passende Kleidung schätzen, bei denen die Jeans Stil hat und das Kleid einfach gut aussieht. Auf die Jugendlichen ist hier übrigens bei der Konfirmation Verlass. Für Mädchen ist seit Germany’s Next Top-Model ein schickes Kleid zur Konfirmation selbstverständlich, und Jungs kommen zwar in Chucks und Jeans, aber die sitzen wie das Sakko, das den Buben zum jungen Mann macht.

Und in Jogginghosen ist bei mir eh’ noch niemand zu seiner Konfirmation gekommen. Alles unter Kontrolle also!

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Fazebock für alle!

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(Foto: privat)

Der Untergang des Abendlandes ist wieder einmal abgesagt. Nachdem die Computer aus unsern Kindern weder sprachlose Nerds noch gewalttätige Egoshooter gemacht haben und die Avatare in Second Life keiner mehr kennt, kehren die Jugendlichen nun auch in Massen Facebook den Rücken.

Mancher erinnert sich noch an alte Journalisten, die sich über die Verwendung des Begriffes „Freunde“ in den sozialen Netzwerken mokierten, und an besorgte Pädagoginnen, die sich standhaft weigerten, ihren Schülern ihre eMail Adresse zu geben. Vorbei!

Die Jugend hat keine Lust mehr, in Facebook den eigenen Lehrern und Eltern zu begegnen und nutzt lieber den flüchtigen Chat via WhatsApp und verschickt mit Snap Chat Bilder, die sich in Nichts auflösen.

Das ist gut so, und noch besser ist, dass inzwischen immer mehr Ältere das „Fazebock“, wie einer es mal nannte, entdecken. Gerade für Senioren (und Digital Immigrants wie mich) sind die klassischen Netzwerke nämlich ideal. Der Schulkamerad, der in Frankfurt lebt, die Ex-Freundin, die jetzt in Kansas wohnt, und die flüchtigen Bekannten aus der eigene Stadt, die man zwar nie besuchen würde, zu denen man aber gerne ein bisschen Kontakt hält – dafür ist Facebook ideal. Schon achten Pflegeheime beim Neubau darauf, in ihren Zimmern auch Internet-Anschlüsse zu haben, und spätestens, wenn man auf einen Rollator angewiesen ist, weiß man elektronische Kommunikation zu schätzen.

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