„… der Intelligenteste hat sich mit 16 Monaten noch tragen lassen.“

    Obwohl die Deutschen, wenn man einer neuen Umfrage Glauben schenken darf, sich auch selbst als kinderfeindliches Land sehen, wie ich im letzten Post einfach behauptet hatte, hat die niedrige Geburtenrat hierzulande noch andere Ursachen.

    Deutsche sind nun einmal perfekt und ängstlich, und beides sind nicht gerade die besten Voraussetzungen für das Gründen einer Familie. Die Legion der für werdende und junge Eltern angebotenen Kurse und Debatten belegen vor allem die große Unsicherheit, die Menschen angesichts einer Schwangerschaft heute befällt. Man will das Optimale und wird durch jede Entscheidung verunsichert. Das beginnt bei der Suche, wo wie entbunden werden soll, und endet noch lange nicht bei der Frage, wenn das Kind laufen können sollen muss. (Die beste Antwort einer fünffachen Mutter darauf habe ich in einem Internetforum gefunden: „… Der schnellste konnte mit 8 Monaten schon laufen, der Intelligenteste hat sich mit 16 Monaten noch tragen lassen!“)

Jener Perfektionszwang, der die Helikoptermamas das Leben ihrer Kinder oft noch während des Studiums beaufsichtigen lässt, ist Gift für die Familien. Wenn Kinder nur noch die Folge einer bewussten Entscheidung unter dem Gesichtspunkt perfekten Lebens sind, darf man sich nicht wundern, wenn Leute heute Angst vor dem Kinderhaben haben. Dabei sind und bleiben Kinder doch ein Geschenk Gottes an uns – und zeigen uns darüber hinaus, wie wir leben soll: Heute – und ganz!

„Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder….“ sagte ja schon Jesus.

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Über mtreiber

Matthias Treiber ist Pfarrer und Journalist. Matthias Treiber is a minister in the Lutheran Church of Wuerttemberg and journalist.
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